












{"id":677,"date":"2018-01-15T10:50:40","date_gmt":"2018-01-15T09:50:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.konflikthilfe.at\/?p=677"},"modified":"2018-01-15T10:50:40","modified_gmt":"2018-01-15T09:50:40","slug":"04-07-2001-ooe-nachrichten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.konflikthilfe.at\/en\/04-07-2001-ooe-nachrichten\/","title":{"rendered":"04.07.2001, O\u00d6. Nachrichten"},"content":{"rendered":"<p><strong>Gemeinsame Obsorge m\u00f6glich: Segen oder Fluch?<\/strong><br \/>\n VON CHRISTINE RADMAYR<\/p>\n<p>Als letztem Land in Europa ist es nun auch in \u00d6sterreich soweit: Seit 1. Juli gibt es die gemeinsame Obsorge f\u00fcr die Kinder nach der Scheidung. Sie tritt automatisch in Kraft, es sei denn, ein Elternteil ist dagegen.<\/p>\n<p>&#8220;Bisher hatte derjenige, der die Obsorge f\u00fcr die Kinder nicht hatte, oft das Gef\u00fchl der Benachteiligung. Das war konfliktversch\u00e4rfend. So h\u00f6rte ich von V\u00e4tern `Zahlen darf ich, aber sehen kann ich die Kinder viel zu wenig&#8217;. Oder der Nichtsorgeberechtigte bekam in der Schule keine Auskunft, weil er keine Vollmacht des Sorgeberechtigten vorweisen konnte&#8221;, erz\u00e4hlt der Linzer Rechtsanwalt G\u00fcnter Tews.<\/p>\n<p>Verantwortliche Elternschaft<\/p>\n<p>Die Schweiz und \u00d6sterreich sind die letzten L\u00e4nder Europas, die die gemeinsame Obsorge eingef\u00fchrt haben. Derzeit liegt das Sorgerecht in \u00d6sterreich laut Tews, zu rund 85 Prozent bei den M\u00fcttern, zu 12 Prozent bei V\u00e4tern und 3 Prozent bei anderen Personen oder Institutionen. &#8220;Ich bin zuversichtlich, dass sich nun Eltern vor und nach der Trennung besser \u00fcber Besuche, Schulwahl, Lernhilfe, Freizeit, Lehrstelle und sonstige Dinge besprechen. Dem eventuellen Machtmissbrauch soll damit vorgebeugt werden&#8221;, sagt Tews. Vor allem die Probleme mit der Besuchsrechtregelung sind nach Trennungen immer wieder Anlass f\u00fcr rechtliche Schritte.<\/p>\n<p>In Deutschland gibt es die gemeinsame Obsorge schon seit zwei Jahren. Eine Studie besagt, dass sich dadurch der Kontakt von den Eltern zu den Kindern verbessert hat, das Konfliktpotential gesunken ist und V\u00e4ter eine bessere Zahlungsmoral entwickeln, weil sie auch mehr Kontakt zu den Kindern haben.<\/p>\n<p>Bundesfrauensekret\u00e4rin Bettina Stadlbauer betonte anl\u00e4sslich des Inkrafttretens der gemeinsamen Obsorge, dass die SP\u00d6-Frauen gegen die Einf\u00fchrung sind. Stadlbauer sieht die Gefahr, dass ein Elternteil auf Unterhalt verzichten k\u00f6nnte, wenn der andere daf\u00fcr das Obsorgerecht nicht in Anspruch nehme. Auch das Risiko, dass der Streit weiterhin auf dem R\u00fccken der Kinder ausgetragen werde, bliebe bestehen. (Brosch\u00fcre zur Obsorge \u00fcber das SP\u00d6-Aktionsb\u00fcro, 07114\/99\u00ca2000 bzw. unter www.obsorge.at zu beziehen).<\/p>\n<p>Tews sch\u00e4tzt, dass in \u00d6sterreich 60 bis 80 Prozent der Eltern bei Scheidungen die gemeinsame Obsorge annehmen werden. Und geschieden werden in \u00d6sterreich mittlerweile 43 Prozent der Ehen, in Gro\u00dfst\u00e4dten noch mehr. &#8220;Noch h\u00f6her ist die Rate bei den zweiten Ehen. Da landen rund 60 Prozent vor dem Scheidungsrichter. Der Hauptgrund sind Probleme mit oder durch Kinder aus der Vorbeziehung&#8221;, sagt der Rechtsanwalt.<\/p>\n<p>Die gemeinsame Obsorge will niemandes Rechte bescheiden. Derjenige, bei dem das Kind wohnt, kann \u00fcber allt\u00e4gliche Fragen alleinig bestimmen.<\/p>\n<p>Wie im Einzelnen die gemeinsame Obsorge ausschauen soll, das sollen die Scheidungswilligen nicht erst vor dem Richter kl\u00e4ren. Mediatoren oder Beratungsstellen k\u00f6nnen helfen, das Beste f\u00fcr alle Betroffenen auszuhandeln. &#8220;Die gemeinsame Verantwortung wird in verbindlichen Regelungen niedergeschrieben, so f\u00fchlt sich keiner \u00fcber den Tisch gezogen&#8221;, sagt Mediatorin Margreth Tews.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gemeinsame Obsorge &#8211; Segen oder Fluch?<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[6],"tags":[],"class_list":["post-677","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-zeitungsartikel-en"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.konflikthilfe.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/677","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.konflikthilfe.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.konflikthilfe.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.konflikthilfe.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.konflikthilfe.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=677"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.konflikthilfe.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/677\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":678,"href":"https:\/\/www.konflikthilfe.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/677\/revisions\/678"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.konflikthilfe.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=677"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.konflikthilfe.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=677"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.konflikthilfe.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=677"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}